Kommunale Lieferstruktur für gute Arbeitsbedingungen, klimafreundlichen Transport und flächendeckende Versorgung!

Die Münchner Jusos fordern den Aufbau einer kommunalen Lieferinfrastruktur. Das haben sie am Sonntag auf ihrer Unterbezirkskonferenz beschlossen. Durch die Corona-Pandemie hat sich das Lieferaufkommen vergrößert. Das gilt einerseits für den Paketversand als auch für kurzfristige Lieferungen von Restaurants, Getränken oder Lebensmitteln.

Die Streiks der Beschäftigten des neuen Liefersupermarkts Gorillas zeigen aber erneut: Die Arbeitsbedingungen für diejenigen, die uns unser Essen, unsere Pakete oder neuerdings auch Getränke und Lebensmittel an die Haustür bringen sind meistens jedoch keine guten Arbeitsbedingungen. Deshalb braucht es ein Engagement der Kommune: 

“Gerade im Bereich der Lieferdienste sehen wir, dass Wettbewerb nicht nur um die beste Leistung sondern auch um schlechte Arbeitsbedingungen stattfindet. Unsere Stadt muss für gute Beschäftigung stehen, deshalb braucht es eine kommunale Alternative. Wenn immer mehr Güter per Lieferung an die Haustür gebracht werden, müssen wir das als Teil der Daseinsvorsorge und der Nahversorgung begreifen”, erklärt Benedict Lang, Vorsitzender der Jusos München.

Die Umsetzung soll nach Vorstellung der Jusos entweder als Genossenschaft funktionieren, in die sich der lokale Einzelhandel einbringen kann oder als Service der Stadt München durch die Gründung einer Tochtergesellschaft.

Darüber hinaus fordern die Jusos die Einteilung des Stadtgebiets in unterschiedliche Lieferzonen. Statt wie aktuell einen Wildwuchs an verschiedenen Logistikunternehmen zu haben, soll zukünftig nur noch das Zustellunternehmen ein Gebiet zugewiesen bekommen, das eine Ausschreibung gewinnt, in der soziale, ökologische und kommunale Bedingungen festgeschrieben werden.

“Neben dem Kampf gegen die schlechten Arbeitsbedingungen geht es auch um eine Verbesserung der ökologischen Bilanz und des Verkehrsaufkommens: Nur, wenn die Lieferverkehre in städtischer Hand sind, kann eine Zustellung flächendeckend verbindlich möglichst klimafreundlich stattfinden, ohne dass unsere Straßen verstopft werden und Radwege zugeparkt sind. Das erreichen wir durch dezentrale Verteilstationen und die Umsetzung der letzten Meile durch E-Lastenräder.”, ergänzt Valentina Schüller, die für die Jusos im Bezirksausschuss Schwabing-West sitzt. “Gerade hier in Schwabing geben sich die Lieferdienste die Klinke in die Hand, es gibt Handlungsbedarf.”

Die AZ hat berichtet: https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/muenchner-juso-chef-stadt-soll-pizza-selbst-ausliefern-art-744915