Verbote sind keine Lösung

Münchner Jusos kritisieren die Diskussion um Alkoholverbote am Hauptbahnhof

 

München ist die sicherste Stadt Deutschlands, auch die Jusos wollen, dass das so bleibt. Dass es rund um den Hauptbahnhof schon längere Zeit Probleme gibt und Handlungsbedarf besteht ist nicht neu, darum begrüßen die Münchner Jusos die Initiative für mehr Sicherheit am Hauptbahnhof der SPD-Stadtratsfraktion, die echte Verbesserungsvorschläge liefert statt einem populistischen Aufschrei a la CSU. Ein Alkoholverbot allerdings halten sie für nicht zielführend.

 

„In der gegenwärtigen Diskussion werden zu viele Themen vermischt: wenn Straftaten begangen werden, dann ist es Aufgabe der Polizei diese zu ahnden. Der alleinige Konsum von Alkohol ist ja in den wenigsten Fällen ein Problem, ein Verbot trifft auch die, die keine Probleme machen“ erklärt Lena Sterzer, Vorsitzende der Münchner Jusos, „Niemand hängt am Hauptbahnhof rum, weil es dort so schön ist. Wir sollten uns vielmehr fragen, wie wir diesen Menschen Perspektiven eröffnen können und ob es Möglichkeiten gibt, gemeinsame Nutzungskonzepte zu entwickeln. Das wäre nachhaltiger. So treffen sich die Leute dann eben woanders und die Probleme verlagern sich.“

 

Schon in der Vergangenheit waren Verbote, wie zum Beispiel das Alkoholverbot in der U-Bahn, auf deutliche Ablehnung bei den Jusos gestoßen. „Verbote, die bestimmte Gruppen aus dem öffentlichen Raum verdrängen – das kann nicht unsere Antwort auf Probleme sein, die auch Teil von München sind. Wir wollen uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum gemeinsam mit allen Nutzergruppen gelöst, gemeinsame Regeln vereinbart und öffentlicher Raum für alle offen bleibt“ so Sterzer weiter.