Jusos initieren Junges Bündnis für Geflüchtete

Jugendverbände sind sich einig: München soll für Geflüchtete ein Zuhause sein

Jugendverbände und Gruppen aus München haben sich zum Jungen Bündnis für Geflüchtete zusammengeschlossen. Der Nachwuchs von CSU und SPD bis zu den Grünen, aus beiden großen Kirchen, aus den Gewerkschaften, Studierende und viele weitere beziehen Position: Geflüchtete sind ein Teil der Gesellschaft. Stefanie Lux, Vertreterin der katholischen Jugend und Vorsitzende des Kreisjugendrings München-Stadt bekräftigt: "München soll für sie ein Zuhause sein, in dem sie angstfrei leben und Zukunftsperspektiven entwickeln können."

Seit Wochen laufen Gespräche und Vorbereitungen, jetzt stehen die Forderungen: Dezentralisierte Unterbringung, Eigene Wohnungen und WGs statt Gemeinschaftünterkünften, Anerkennung von und Zugang zu Bildung, sowie Aufenthaltserlaubnis nach dem Abschluss. Gleichzeitig sollen die politischen Rechte der Geflüchteten durch eine Ombudsstelle in Gemeinde und Staat gestärkt werden. Ein Patensystem soll für alle Geflüchteten Ankommen und Inklusion erleichtern. Das Junge Bündnis konzentriert sich auf diese pragmatischen, ersten Schritte, für die es in den folgenden Wochen eigene Aktionen planen wird. "Dabei ist uns bewusst, dass auch in vielen anderen Bereichen das deutsche und europäische Asylverfahren verändert werden muss, um die Situation von Geflüchteten zu verbessern," so Eva Blomberg, Organisatorin des Bündnisses und Vertreterin der Jusos München, von denen die Initiative für das Bündnis ausging.

Die Jugendverbände planen zu ihren Forderungen Gespräche und Veranstaltungen, um mit der Münchner Stadtgesellschaft, mit den Entscheidern und, vor allem, mit den Geflüchteten in den Dialog zu treten. Dieser Dialog ist die Folge vieler Kompromisse über Parteigrenzen und Richtungen hinweg. Das Junge Bündnis ermöglicht aber, dass die politische und soziale Arbeit in Schulen, Jugendzentren, Flüchtlingsunterkünften, Hochschulen und Betrieben mit der Arbeit im Stadtrat, in den Gremien und Verbänden vernetzt wird.

Der Einsatz für Geflüchtete ist seit längerem wichtiger Bestandteil des sozialen Engagements und der politischen Arbeit der Münchner Jugendverbände und vieler ehrenamtlicher Helfer: Über Facebook mobilisiert halfen hunderte im Kapuzinerhölzl, als dort bis zum Winterbeginn Geflüchtete untergebracht waren, und später im Olympiastadion, als der Betriebsrat der SWM dort einen Ausweichort für den Zeltplatz des Kreisjugendrings fand. Die Helfereinsätze gehen weiter in der Bayernkaserne und in den Einrichtungen der sozialen Träger. Darüber hinaus engagieren sich Studierende für Nachhilfeunterricht und für Buddyprojekte. Die kirchlichen Verbände setzen sich für eine Stärkung des Kirchenasyls ein und öffnen ihre Jugendräume für Geflüchtete. Die politischen Jugendverbände schaffen Bildungsangebote, leisten Unterstützung beim Aufbau von eigenen Vereinen der Geflüchteten und bereiten Stadtratsentscheidungen für bessere Lebensbedingungen der Geflüchteten vor.