Keupstraße in München - Keupstraße ist überall

Jusos München unterstützen die Initiative Keupstraße ist überall

Die Jusos München unterstützen die bundesweite Veranstaltung „Für eine Gesellschaft ohne Rassismus - Keupstraße ist überall“  die an den NSU-Anschlag in der Kölner Keupstraße am 9. Juni 2004 erinnert und eine schonungslose Aufarbeitung fordert. Die Veranstalterin, die Initiative „Keupstraße ist überall“ kritisiert die Tatsache, dass in den Ermittlungen bis zur Selbstenttarnung des NSU ein „ausländerfeindlicher Hintergrund“ ausgeschlossen wurde. Stattdessen wurden Opfer und Angehörige kriminalisiert und wiederholt traumatisiert. Die juristische Aufarbeitung hat am Dienstag den 20.01.2015 im Rahmen des NSU-Prozesses begonnen und wird von Demonstrationen und Aktionen begleitet. Der NSU hatte 2004 eine Nagelbombe in der Kölner Keupstraße, einer florierenden Geschäfts- und Wohnstraße der „türkischen Community“ platziert. Glücklicherweise gab es dabei keine Todesopfer, jedoch mehrere zum Teil schwer Verletzte.

„Die Keupstraße steht für uns aber nicht nur für eine Aufklärung der Täterschaft der Taten des NSU, sondern auch für eine Aufklärung und Aufarbeitung staatlichen Versagens, Rassismus innerhalb der Gesellschaft und den Institutionen und umfassenden Konsequenzen für die Sicherheitsbehörden in diesem Land“ so Lena Sterzer, Vorsitzende der Münchner Jusos.

Dass gleichzeitig zu den Verhandlungen ein Angeklagter im NSU-Prozess bei Bagida, dem bayerischen Pegida Ableger, mitmarschiert, sorgt bei den Jusos für Fassungslosigkeit. Eminger wird zwar nicht direkt mit dem Anschlag auf die Keupstraße in Verbindung gebracht, dafür jedoch mit dem Anschlag auf die Kölner Altstadt im Jahre 2001.

„Es ist schon ein deutliches Zeichen, dass während der NSU-Prozess hier verhandelt wird, einer der Angeklagten, André Eminger, an den Bagida-Demonstrationen teilnimmt“ sagt Sterzer weiter „das zeigt wieder einmal mehr, dass es sich bei Bagida nicht um ‚besorgte Bürger‘, sondern um waschechte Nazis handelt. Wer da mitmarschiert macht sich deren Parolen zu Eigen. Wer hier Verständnis einfordert und einen angeblichen Dialog fordert, der verharmlost die rechtsoffene Mischung. Dafür gibt es keine Entschuldigung.“