Atomic Café - ein Stück Popkultur in München

Auszeichnung der Bundesregierung für Livemusik-Programm erhalten und trotzdem von der Schließung bedroht?

 

Ende Januar haben sich die beiden Juso-SpitzenkandidatInnen für die Stadtratswahl Verena Dietl und Jens Röver in einem Gespräch mit Club-Chef Christian Heine ein persönliches Bild von der im Raum stehenden Schließung des Atomic Café gemacht. Chris Heine berichtete ausführlich über die Situation. Alle drei sind absolut davon überzeugt, dass es nicht weniger, sondern viel mehr solcher Livemusikbühnen in München geben sollte.

„Mit dem „Ausverkauf“ in der Stadt durch Investoren muss endlich Schluss sein! Wir brauchen nicht noch einen Marken-Store mehr in der Innenstadt, sondern vielmehr lebendige Orte und kulturelle Räume. Und genau so ein Ort ist das Atomic Café seit vielen Jahren“, ist sich Jens Röver sicher.

Stolz berichtete Christian Heine über die neulich erfahrene Auszeichnung mit dem Spielstättenprogrammpreis „Rock, Pop, Jazz 2013“ durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien:

“Im Herbst 2013 haben wir den Spielstätten-Förderpreis erhalten, weil wir uns als privat geführter, nicht subventionierter Club in der Münchner Innenstadt seit 1997 um die in dieser Stadt eher weniger beachteten Spielarten der Clubkultur kümmern. Zum Programm gehörten von Anfang an neben Clubabenden mit Schwerpunkt Indie, Britpop, Sixties, Norther Soul, Funk, D&B, Indie-classics auch Livekonzerte. Genau das wollen wir auch in Zukunft an gewohnter Stelle anbieten.“

Dazu Verena Dietl: „Diese Auszeichnung ist doch ein klarer Beleg dafür, welchen wertvollen Beitrag das Atomic Café für die Jugend- und Popkultur in München leistet!“

90-100 Liveacts stehen jedes Jahr im Atomic auf der Bühne. Das Programm setzt sich zusammen aus internationalen Newcomern, lokalen Bands, alten Helden, persönlichen Vorlieben und immer wiederkehrenden „Stammbands“, die gerne auch aus Übersee kommen können. Viele bekannte Bands, die teilweise mittlerweile Weltruhm erlangt haben, sind bereits im Atomic Café aufgetreten. Ein weiterer Beweis dafür, dass Live-Clubs wie das Atomic Café eine wichtige Rolle für die Entwicklung des musikalischen Nachwuchses einnehmen. Gespielt haben dort bereits Bands wie Mando Diao, Mumford & Sons, Felice Brothers, Jose Gonzales, Hot Chip, Babyshambles, Element of Crime, Black Rebell Motorcycle Club, Gossip, Kaiser Chiefs, Phoenix, Pete Doherty, Stereophonics, Superpunk, Sportfreunde Stiller oder auch Notwist.

Dietl und Röver, die selbst immer wieder gerne den Club besuchen, appellieren an den privaten Besitzer das Hauses in der Neuturmstraße 5, in dem das Atomic Café beheimatet ist, von ihren Plänen den Club zum Auszug zu zwingen, abzusehen: 

„Das Atomic Café ist eine feste Institution genau an diesem Ort und das soll auch so bleiben! Popkultur und Jugendkultur brauchen einen festen Platz im Herzen der Stadt!“ so Dietl und Röver abschließend.

 

von links: Jens Röver, Verena Dietl, Chris Heine