Was junge Frauen wütend macht

 

Zum 102. Internationalen Frauentag erklären Vertreterinnen der Jusos München:

 

„Nicht nur am 8. März, sondern fast jeden Tag, berichten die Medien über frauenpolitische Themen. Meistens aber aus einem Anlass, auf den wir Frauen gerne verzichten würden. Sei es eine neue Studie zu Altersarmut, die vor allem Frauen betrifft, oder aktuelle Zahlen zur schlechten Betreuungssituation von Kleinkindern, die wie selbstverständlich Mütter von der Erwerbstätigkeit abhält.

Die Sexismusdebatte sollte allen klargemacht haben: Für zahlreiche Frauen ist es auch im 21. Jahrhundert noch Alltag wegen ihres Geschlechts benachteiligt zu werden. Und genauso ist es Alltag, dass viele Menschen diese Debatten kleinreden wollen“
, so Louisa Pehle, stellvertretende Vorsitzende der Jusos München.

Stefanie Krammer, Vorstandsmitglied der Jusos München und Gewerkschaftssekretärin:

„Armut ist immer noch weiblich. Gerade von gering bezahlter Beschäftigung sind vor allem Frauen betroffen. Das Ehegattensplitting und die sogenannten Minijobs verstärken dies. Anstatt die dringend gebrauchten KiTa-Plätze endlich auszubauen, führt die angebliche Frauenministerin Kristina Schröder finanzielle Anreize ein, die die ungerechte Rollenverteilung bei der Familienarbeit fortführen. Mit der Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze auf 450 Euro werden die Weichen in die falsche Richtung gestellt: So bleiben Frauen in prekärer Beschäftigung und sind durch die fehlenden Rentenbeiträge häufig von Altersarmut betroffen. Schluss mit diesen konservativen Rollenbildern!“

Sara Rihl, Sprecherin der Juso-SchülerInnen München, erklärt:

„Es macht mich wütend in einer Gesellschaft zu leben, die sich als aufgeklärt und gleichberechtigt präsentiert, aber in der nicht mal eindeutige Kampagnen wie #Aufschrei dazu führen das Thema ernst zu nehmen und offen über den alltäglichen Sexismus zu reden.

Durch die stetige Verharmlosung des Alltagssexismus, der alle Gesellschaftsschichten betrifft, bringen wir junge Frauen dazu zu resignieren und die Verhältnisse so hinzunehmen wie sie schon seit Jahren nicht mehr sein sollten.

Warum glaubt man uns sagen zu müssen, wie lang unser Rock sein soll, wie viel Bier reicht, um uns anzumachen und an welches Krankenhaus wir uns nach einer Vergewaltigung nicht wenden sollen? Wenn Unternehmen es für lohnenswert halten, die Stadt mit sexistischer Werbung vollzukleben, zeigt das: Es gibt noch viel zu tun. Junge Frauen haben es satt, sich für ihre Entscheidungen rechtfertigen zu müssen.“