Mädels kaufen Poster - Jungs Gitrarren

Sido lässt die Fünfziger durch den Club fliegen. Dafür tanzen dann die Mädels nach seiner Pfeife und auf seinem Schoß. So seine Wunsch-vorstellung im Video "Fuffies im Club".

Frauenfeindliche Lyrics oder Videos finden sich bei vielen Acts (vernünftige Crews und Rapper, die auf derartige "Verkaufsanreize" verzichten sind leider in der Minderheit).

MCs wie Kool Savas, Sido oder DMX reduzieren Frauen zu Sexobjekten ohne eigenen Kopf oder eigene Persönlichkeit. Weibliche MCs, DJs, Breaker oder Sprüherinnen fast Fehlanzeige und die wenigen die es gibt haben einen schweren Stand.

Es wäre jedoch falsch zu sagen, dass Sexismus nur im Hip Hop oder vielleicht noch in der Rockmusik mit ihrem Machismo ein Problem darstellt.

In nahezu allen Musikrichtungen und Jugendkulturen (gerade auch in den eher bürgerlichen) spielen Frauen nur eine untergeordnete oder passive Rolle. Ob Punk, Ska, Techno, Mod, Reggae, Hamburger Schule, Brit- oder einfach nur Pop, sexistische Tendenzen und Strukturen finden sich in allen Bereichen.
Beispiele gefällig?

- Britney Spears "Hit me baby one more time" Welches Schulmädchen träumt nicht davon?
- Bügeln die Hives ihre Hemden selber?

Wie viele weibliche Bands oder Künstlerinnen können sich auf dem Markt durchsetzen? Und wenn: was sind die wichtigsten Kriterien für ihren Erfolg? Warum ist es etwas besonderes, wenn an einem Abend mehrere weibliche DJs auflegen, normal aber, wenn es gar keine tut? Warum gibt es so wenige männliche Groupies, aber so viele weibliche.

Frauen werden meist auf KonsumentInnenrolle reduziert, sollen schmückendes Beiwerk sein, nicht aber aktiv mitmachen. Sie werden bewusst oder unbewusst von den Jungs ausgeschlossen.


Because the night belongs to... men?

Spannend ist es auch, sich anzuschauen, wie wenige Frauen ClubbetreiberInnen sind. Gerade bei den Clubs und Großraumdiscos gibt es noch viel zu tun. Viele Flyer zeigen Frauen nur als "Freiwild" (Freiwild-Männchen sind eher selten). Werbesprüche wie "vodka for nothing and chicks for free" sind an der Nachtordnung. Sex sells.

Dass das Nachtleben auch zum "anbaggern" genutzt wird ist klar. Das an sich ist auch kein Problem. Problematisch ist es jedoch wenn (nicht nur) alkoholisierte Jungs Frauen gegen ihren Willen bedrängen, belästigen, diskriminieren oder es schlimmstenfalls zu Übergriffen kommt. Einen sensiblen Umgang von Partybetreibern gibt es nur selten.

Time for a change! Erobern wir uns die Nacht zurück!