Kultur

Jugendkultur

 

Jugendliche haben einen Anspruch auf Akzeptanz ihrer Kultur. Kultur darf nicht von oben definiert werden. Eigenständige Jugendkultur ist ein wichtiger Baustein in der Entwicklung junger Menschen hin zu einem selbstbestimmten Leben. Jugendkultur stellt eine Auseinandersetzung junger Menschen mit ihren Lebensumstän-den dar. Gerade deshalb ergeben sich in der Jugendkultur oft "Gegen-bewegungen" und "Subkulturen", die Unverständnis in der Elterngeneration hervorrufen und auf eine feindliche Realität prallen. Das Interesse junger Menschen an eigenen kulturellen Äußerungen und am Ausleben ihrer Kreativität muss mit der etablierten Prestigekultur gleichgestellt werden. München als Kulturstadt muss den Jugendkulturen offener gegenübertreten und sie fest im Kulturplan und Kulturetat der Stadt verankern. Die Stadt München muss eigene Räumlichkeiten und öffentliche Freiflächen für nichtkommerzielle kulturelle Nutzung in höherem Masse zur Verfügung stellen, z.B. für alternative Theater oder Darbietung bildender Kunst.

 

Bezahlbare Kultur für alle!

Falsch wäre es jedoch, das Kulturbedürfnis und -verständnis junger Menschen ausschließlich auf den Jungendkulturbereich zu reduzieren. Auch das bestehende Kulturangebot der Stadt München stößt auf reges Interesse bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Allerdings sind die Eintrittspreise für Leute ohne eigenes Einkommen einfach unbezahlbar. Jedoch soll es allen gesellschaftlichen Gruppen zu jeder Zeit ermöglicht werden, an allen Veranstaltungen der "etablierten" Kultur teilzunehmen. Wir lehnen das Verweisen von jungen und finanzschwachen Kultur-Interessierten auf die Generalprobe entschieden ab. Das bewährte Modell von bezahlbaren Theaterabonnements soll neben SchülerInnen und Student-Innen auch auf Azubis, Zivildienstlei-stende, Wehrdienstleistende, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Rentner ausgeweitet werden. SchülerInnen und StudentInnen sollen ihre Karten sowohl über die jeweiligen Bildungseinrichtungen (Schule, Studentenwerk), als auch über Jugendfreizeitstätten und andere Einrichtungen der Jugendarbeit beziehen können. Ferner sollen Karten auch über Seniorenheime und Alten- und Servicezentren erhältlich sein. Das Angebot von ermäßigten Karten soll kontinuierlich an die Nachfrage angepasst werden. Kulturräume müssen ferner für Behinderte uneingeschränkt zugänglich gemacht werden. Begleitpersonen von Behinderten haben freien Eintritt.

Die Benutzungsgebühren für die städtischen Bibliotheken sind abzuschaffen. Viele potentielle Besucher der Stadtbibliothek fühlen sich durch die Erhebung einer Gebühr abgeschreckt und nehmen so das Bildungsangebot, das die Stadtteilbibliotheken bereithalten, nicht wahr. Die dabei entstehenden Einnahmen decken nur einen Bruchteil der Aufwendungen ab und sind daher auch haushaltspolitisch unbegründet. Die in den Räumlichkeiten der Bibliotheken stattfindenden Ausstellungen von jungen bildenden Künstlern werden durch die geringere Zahl an Nutzern einem zu kleinen Publikum zugänglich gemacht. Deshalb widerspricht diese Politik der Erhebung von Benutzungsgebühren jedem sozialdemokratischen Bil-dungsgedanken und ist daher sofort zu unterbinden.

Für alle städtischen Museen fordern wir den kostenlosen Eintritt am Sonntag.

Der Kulturetat der Stadt München muss in Zukunft mehr Geldmittel für die Breitenkultur zur Verfügung stellen. Dadurch werden Eintrittspreise für die Münchnerinnen und Münchner erschwinglich und das Kulturangebot ausgeweitet. Ferner werden die kulturellen Interessen junger Menschen durch eine solche Umstrukturierung gefördert und ihre Akzeptanz bei breiten gesellschaftlichen Gruppen vergrößert, was zum besseren Verständnis der Generationen beiträgt und auf diese Weise neue Potentiale an Kulturinteressierten schafft.


Hallenkultur

Das bestehende Angebot an Hallenkultur ist unbedingt zu erhalten. Darüber hinaus sollen geeignete Standorte verkehrsgünstig und in zentraler Lage gewählt werden. Zuschüsse an Einrichtungen wie z.B. das Feierwerk dürfen nicht gekürzt, geschweige denn gestrichen werden. Die Stadt muss dazu beitragen, bezahlbare Jugendkultur zu fördern und damit nichtkommerziellen Projekten ein Forum zu bieten.

Zudem muss durch das Kulturreferat in Zusammenarbeit mit den bereits bestehenden Kultureinrichtungen und kulturellen Initiativen im nichtkommerziellen Bereich eine Konzeption entwickelt werden, welche die überregionale und auch die stadtteilbezogene Versorgung junger Menschen mit Kulturräumen sicherstellt.

 

Übungsräume

Die Stadt München muss für Bands, Theatergruppen und junge gestaltende KünstlerInnen Übungsräume zur Verfügung stellen. Hierzu müssen leerstehende städtische Flächen ausgebaut, aber auch Schulräume über die Unterrichtszeit hinaus zur Verfügung gestellt werden. Bei der Gestaltung von Räumlichkeiten ist weitestgehend auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer einzugehen. Jugendliche sind von Anfang an in die Planung mit einzubeziehen.

Wo möglich, sollten die Räume nicht nur eine Nutzung zu Übungszwecken ermöglichen, sondern auch Auftritte, Partys und ähnliches erlauben.


Kulturförderung

Die Förderungsmöglichkeiten für junge Künstlerinnen und Künstler müssen verbessert werden. In München ist eine gezielte Förderung junger Kunstschaffender im Rahmen der Stadtteilkultur und des Jugendkulturwerks zu erreichen.

Die Stadt soll in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Gruppen ein Konzept erarbeiten, in dem Stadtteilkulturhäuser als Anlaufstellen für Kunstschaffende eine zentrale Rolle spielen. Die Stadtteilkulturhäuser sollen Beratung bei der Suche nach Darbietungs- und Ausstellungsmöglichkeiten oder bei der Beschaffung von Material für künstlerische Arbeit anbieten.

Die Stadt München soll zur Förderung junger Künstler und Künstlerinnen Preise ausschreiben und ihnen Möglichkeiten geben, ihre Werke durch Ausstellungen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Stadt muss überprüfen, inwieweit Interesse von Jugendeinrichtungen und Münchner Akademien zur Zusammenarbeit besteht.

Auch muss die Stadt ihrem Ruf als Verlagsstadt insoweit gerecht werden, als sie jungen Autorinnen und Autoren in Zusammenarbeit mit den zahlreichen ansässigen Verlagen ein breiteres Forum und bessere Unterstützung zukommen lässt.

Daher wird die Stadt München aufgefordert, einen Literaturpreis für junge Autorinnen und Autoren auszuschreiben, Stipendien alleine reichen nicht.

Ausstellungsmöglichkeiten für junge bildende Künstlerinnen und Künstler, wie die Lothringer 13, sind auszuweiten und fest als Bestandteil des Münchner Kulturangebots zu etablieren.

Für junge Künstler und Künstlerinnen müssen günstige Atelierflächen zur Verfügung gestellt werden.


Den Öffentlichen Raum zurückerobern

Leider ist es in München oftmals äußerst schwierig, Feste und kulturelle Veranstaltungen unter freiem Himmel zu veranstalten, da die Auflagen sehr umfangreich sind. Wir setzen uns für die Lockerung der Auflagen ein, um gerade in den Sommermonaten unsere Stadt lebendiger zu machen.

 

München soll "rocken"

Zu einer Weltstadt gehört auch ein europaweit beachtetes Rock-Festival. Leider ist das Festival "Rock im Park", das Mitte der 90er in München ins Leben gerufen wurde, mittlerweile nach Nürnberg gezogen. Die Stadt soll mögliche Veranstalter eines solchen Projektes nach besten Möglichkeiten unterstützen.  

 

 

Links

 

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