Arbeit und Wirtschaft

München ist, wie eine Vielzahl von Städterankings und -vergleichen belegen, in Punkt  Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb und Innovation sowie soziale Lage und Wohlstand bereits seit vielen Jahren erfolgreichste Kommune in Deutsch-land. Bis 2013, so Prognosen, soll die Wirtschaftsleistung in München um 26% wachsen und die Zahl der Arbeitsplätze wird um 6,4% bzw. 56.000 ansteigen. München hat im deutschen Großstadtvergleich mit 6,4% im Agenturbezirk München die niedrigste Arbeitslosenquot

Während Kleinunternehmen, vorwiegend aus dem Dienstleistungssektor und dem Handel, Arbeitsplätze schaffen, bauen die Großunternehmen weiterhin Arbeitsplätze ab. Die Profitorientierung führte zu besonders hohen Beschäftigungsrückgängen im Kredit- und Versicherungsgewerbe.

Nicht alle MünchnerInnen  profitieren gleichermaßen von der guten Wirt-schaftslage in München. Obwohl insgesamt ein Beschäftigungswachstums erwartet wird, sinkt gleichzeitig die Zahl der Arbeitsplätze für Beschäftigte ohne Ausbildung. Die Chancen am Arbeitsmarkt werden für geringqualifizierte Menschen immer schlechter. An die 30.000 Personen sind abhängig von ALG I und über 35.000 Menschen müssen von ALG II leben. In dieser Situation auf die Selbstheilungskräfte des Arbeits-marktes zu vertrauen wäre fatal!

Kommunale Arbeitsmarktpolitik ist daher wichtiger denn je. Deshalb hat die sozialdemokratische Stadtregie-rung in den vergangenen Jahren die Aktivitäten kommunaler Beschäftig-ungs- und Qualifizierungspolitik nicht nur aufrecht erhalten, sondern weiterentwickelt. Mit dem Programm "Zweiter Arbeitsmarkt", der Programmbereich "Unterstützung des Strukturwandels" und dem "Münchner Jugendsonderprogramm gegen Jugendausbildungs- und -arbeitslosigkeit" geht die LHM bewusst den Weg der eigenständigen kommunale Arbeitsmarktpolitik.

Die Städtischen Gesellschaften und kommunalen Eigenbetriebe müssen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stets mindestens nach den gültigen Tarifverträgen entlohnen. Auch bei der externen Auftragsvergabe ist darauf zu achten, dass die Tariftreue und die geltenden Arbeitsschutzbestimmungen eingehalten werden und keine Löhne unter 9 € / Std. gezahlt werden.

Wir fordern die Münchner Unternehmerinnen und Unternehmer auf, über Bedarf auszubilden! Nur so kann die hohe Nachfrage nach hoch qualifizierten MitarbeiterInnen mittelfristig gedeckt werden. Wichtigstes "Kapital" eines Unternehmens sind die MitarbeiterInnen.

Ihre Arbeitssituation muss in vielen Fällen verbessert werden. Langfristig fordern wir eine Demokratisierung der Arbeitswelt, damit es zu einem Gleichgewicht von betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlichen Interessen sowie Profitinteressen und gesellschaftlichen Bedürfnissen kommen kann. Auch hier sollen die Städtischen Gesellschaften und Referate eine Vorreiter Rolle gegenüber der Privatwirtschaft einnehmen.  Nur durch Einführung und Ausbau von Möglichkeiten der Mitbestimmung und Mitgestaltung des konkreten Arbeitsprozesses durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann eine  Verbesserung der Arbeitsbedingungen und damit ebenfalls des Arbeitsergebnisses erreicht werden.

 

 

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